Hinten anfangen

Der Wecker klingelt. Du quälst dich aus dem Bett. Ein Kind hat sich in der Nacht übergeben. Die Schatten unter deinen Augen reichen bis ans Kinn. Der Kaffee ist durchgelaufen, aber die Milch ist alle. Du taumelst zum Auto. Dein Ehepartner hat den Tank fast leer gefahren. Oh Mann! Nach dem Tanken fährst du ins Geschäft. Dort gibt’s Kaffee mit Milch. Und einen Kollegen dem du alles erzählst. Er nickt. „Jaja. Der Teufel steckt im Detail.“ Du schaust irritiert. Der Teufel? So weit willst du jetzt aber doch nicht gehen. Oder? Und was, wenn in manchem Details, das dir heute Morgen die Nerven geraubt hat, wirklich der Gegenspieler Gottes steckt. Dann kannst du es getrost mit Martin Luther halten. Der war sich sicher: Weil Gott für mich ist, kann mich der Teufel mal. In Luthers Worten: „Teufel, willst du mich fressen, fang hinten an.“ Ich finde, das ist eine Einstellung, mit der es sich leben lässt.


Claudia Müller

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